Der Glaube kommt vom Hören (von Peter Knauer SJ)
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Kategorien: Religion, Christentum, Glaube


Anlässlich des diesjährigen Osterfestes möchte ich einen renommierten Vertreter der katholischen Lehre, Pater Peter Knauer SJ, zu Wort kommen lassen. Er lehrte 34 Jahre Fundamentaltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main. 

In seinem Standardwerk einer Ökumenischen Fundamentaltheologie beschreibt der Autor alle zentralen Glaubensinhalte des christlichen Glaubens. Er geht ein auf den Inhalt der christlichen Botschaft: Was verstehen Christen unter „Gott“, dem „Wort Gottes“, dem „auf das Wort gerichteten Glauben“, dem „Heiligen Geist“ oder unter „Offenbarung"? Er erläutert die Strukturen der Weitergabe der christlichen Botschaft sowie die Verantwortbarkeit der Glaubenszustimmung zur christlichen Botschaft. 

Dieses Lehrbuch der Fundamentaltheologie ist meines Erachtens eines der wichtigsten und klarsten Werke über die Glaubensinhalte des Christentums. Auch gläubige Christen können darin viel über den eigenen Glauben lernen. Knauer räumt auf mit Missverständnissen und vagen Vermutungen. Wer sich für Theologie interessiert und seinen persönlichen Glauben hinterfragen und weiterentwickeln möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

Hier ein Auszug zum Thema der Auferstehung Christi:

„Doch kommt es nach dem Tod Jesu nicht durch bloße Reflexion auf sein Leben im Licht seiner Botschaft zum Glauben an ihn als den Auferstandenen, sondern durch das nicht nur vorgestellte, sondern objektive Widerfahrnis von Gemeinschaft um Jesu willen, also durch ein wirkliches Ereignis in der sinnenhaften Geschichte. Aufgrund dieses Widerfahrnisses von „Leib Christi“ gilt: „In den Erscheinungen des Auferstandenen geht die Erscheinung Jesu den Seinen auf“, d.h. sie erkennen, wer Jesus war und ist. Das ist auch heute noch die Weise, wie man zum Glauben an Jesus den Auferstandenen kommt. Der Grund dieser Gemeinschaft und damit auch des Auferstehungsglaubens ist der allein diesem Glauben zugängliche Auferstandene selbst.
Es ist nicht möglich, zum Glauben an Jesus Christus als den Auferstandenen zu kommen, indem man die kirchliche Gemeinschaft, in der er verkündet wird, überspringt und sich dem historischen Jesus vermeintlich unmittelbar zuwendet. Die Glaubensverkündung kann zwar nur dann das Anteilhaben am Gottesverhältnis Jesu vermitteln, wenn dieser Jesus wirklich ein historischer Mensch war und als solcher auch der historischen Forschung zugänglich ist. Aber die historische Forschung vermag nicht positiv den Glauben zu erwecken. Ihre Möglichkeit ist nur notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung. Für die  Weckung des Glaubens bedarf es vielmehr gegenwärtiger Glaubensgemeinschaft.
Wenn Jesus Christus in der Verkündigung und in den Sakramenten und überhaupt in der kirchlichen Gemeinschaft, die sein „Leib“ ist, als Lebender begegnet, dann hat es keinen Sinn, ihn bei den Toten zu suchen (vgl. Lk 24,5). Diese Einsicht begründet die Rede vom „leeren Grab“. Es wäre dagegen ein Missverständnis, wollte man sich die Auferstehung Jesu als einen auch außerhalb des Glaubens konstatierbaren physischen Vorgang denken. […] Meines Erachtens ist die Rede vom „leeren Grab“, das von „Engeln“ gedeutet wird, eine höchst sachgemäße Veranschaulichung nicht eines Gedankens, sondern einer Wirklichkeit, die allein dem Glauben zugänglich ist, nämlich der Gegenwart des Lebenden in unserer Mitte.
Wir sind hier für das Verständnis von Auferstehung vor eine Entscheidungsfrage gestellt. Reichen uns die Verkündigung und die Sakramente und damit die kirchliche Gemeinschaft als Unterpfand der realen Begegnung mit dem Auferstandenen aus? Verstehen wir die Eucharistie als die wirkliche, unüberbietbare „leibliche“ Gegenwart Christi? Oder ist uns dies alles nicht „real“ genug? Wäre Christus nicht in dem Sinne auferstanden, dass noch wir heute ihm in der Verkündigung und in den Sakramenten wirklich begegnen, dann wäre der Glaube nichtig, und wir wären noch in unseren Sünden (vgl. 1 Kor 15,17). Dagegen liefe die Rede von seiner Auferstehung in einem anderen Sinn letztlich auf eine mythologische Vermischung von Gott und Welt und damit auf die Leugnung der Glaubenswirklichkeit der Auferstehung hinaus.“ (zitiert nach der 6. Auflage)

Mit diesen Worten wünsche ich Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest!

Herzliche Grüße
Renate Wettach

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Autor: Peter Knauer SJ
Softcover: 432 Seiten
Verlag: Books on Demand
Auflage: 7. Auflage (30.12.2015)
Preis: 15,00 Euro

Der Glaube kommt vom Hören - Zitat Peter Knauer SJ    

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