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Ist Bargeld nur eine Kontrollstörung oder ein wertvolles Stück Bürgerfreiheit?
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Auch die Notenbanken sind nicht mehr frei in ihren Entscheidungen. Mit dem Nachgeben und dem Beschluss, den 500 € Schein abzuschaffen, haben sie sich den Anforderungen gebeugt, die allein von juristischen Personen und Institutionen formuliert werden. Es sind also mächtige Interessensgruppen, die eigentlich das Abschaffen des Bargelds wollen. Dazu gehören vor allem auch die Banken, die hohe Logistik- und Versicherungskosten einsparen wollen. Kein Mensch – oder juristisch formuliert, keine natürliche Person – will das Bargeld abschaffen oder abgeschafft haben. Nein, die Menschen wollen weiter Bargeld nutzen können – sie empfinden es als ein wertvolles Stück der Freiheit als Bürger und Wirtschaftsteilnehmer.

Die Interessensgruppen zum Abschaffen des Bargelds formulieren daher auch Bedenken und führen Argumente an, mit denen sie dem Bargeld einen negativen  Einfluss auf die Grundlagen unserer Gesellschaft anhängen wollen. Bargeld und vor allem die 500 € Banknote könne illegalen Aktivitäten Vorschub leisten und werde in der Schattenwirtschaft und bei kriminellen Aktivitäten genutzt. Dies trifft aber für Aktivitäten um das elektronische und um das virtuelle Geld wahrscheinlich in noch viel größerem Ausmaß zu. Dabei können die international und global aktiven juristischen Personen aufgrund der Staatlichkeit einzelner Familienglieder solche Aktivitäten effektiv verstecken. Dies wird sogar durch viele jeweils nationale Gesetze und Bestimmungen erleichtert. Die europäische Zentralbank gibt daher eine eher knapp formulierte Begründung zur Abschaffung der 500 € Banknote an.

Die Kosten für das Abschaffen dieser Banknote sind hoch, da die damit fehlende Geldmenge durch den Druck von zusätzlichen 200 € und 100 € Banknoten ersetzt werden muss. Ein Reduzieren der Geldmenge ist mit dem Auslaufen der 500 € Banknote nicht geplant. Diese müssen entweder gelagert oder geschreddert werden. Der Anteil der 500 € Banknote am gesamten €-Bargeld beträgt derzeit etwa 28%. Die Kosten für das Abschaffen der 500 € Banknote werden auf etwa 500 Mio. € geschätzt.

Es gibt auch die Vermutung, dass der derzeitige Niedrigzins mit dem Abschaffen der 500 € Banknote zusammenhängt. Derzeit können die Zinsen nicht weiter sinken, es sei denn, dass auch für alle Bürger Negativzinsen auf Spar- und Girokonten eingeführt werden. Diese würden dann ihr Geld von den Konten abheben und als Bargeld lagern – dabei gäbe es wenigstens keinen Abzug durch Negativzinsen auf die Konten. Ohne die 500 € Banknote wird das Halten von Geld in der Form von Bargeld aber teurer. Ein größeres Volumen durch kleinere Scheine und die erforderliche Sicherheit für den größeren Lagerplatz kosten dann erheblich mehr, als mit der 500 € Banknote. Dies wiederum vergrößert den Spielraum für die EZB zum Einführen von Negativzinsen, da auch die Kosten für einen sicheren und größeren Lagerplatz des Bargelds steigen. So betrachtet könnte auch argumentiert werden, dass ein Abschaffen des 500 € Scheins eine höhere Kriminalitätsrate vor allem bei Einbrüchen mit verursacht, wenn zusätzlich Negativzinsen eingeführt werden und die Geldbenutzer auf das private Lagern von Bargeld ausweichen. Hat Herr Draghi auch dies bedacht oder will die EZB damit sogar die Kriminalität fördern, um noch höhere Negativzinsen einführen zu können?

(von Dr. Peter Brinnel)

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