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Die Bundesregierung sollte aus der Rastatt-Havarie lernen!
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Im Zeitraum zwischen 12. August und 30. September fiel für 7 Wochen eine der wichtigsten Bahnstrecken im europäischen Güterverkehrsnetz, und auch im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz aus. Die Rheintalbahn war durch diese Havarie für die letzten 7 Wochen lahmgelegt. 

Dies betraf etwa 120 Personenzüge und bis zu 200 Güterzüge täglich. Auch mussten täglich mehr als 30.000 Pendler in Busse umsteigen. Auf diese Weise waren sie um bis zu einer Stunde länger unterwegs auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause. Diese Verkehrskatastrophe wurde zusätzlich dadurch verstärkt, indem zwar Ausweichstrecken definiert wurden, diese aber für die benötigte Transportkapazitäten keinen ausreichenden Ersatz bieten konnten. Es lag teilweise auch an Personalengpässen, da für die möglichen Ausweichstrecken auch entsprechende Sprachkenntnisse des jeweiligen Zugpersonals erforderlich sind.

Insgesamt betrachtet zeigte sich durch diese Havarie auch, dass die Bundesregierung beim Thema Verkehr und Infrastruktur bisher eher das Ziel verfolgte, Verkehr von der Schiene auf die Straße zu verlagern. Vielleicht sollte auf diese Weise im Rheintal zwischen Bingen und Koblenz auch der Bahnlärm reduziert werden. Insgesamt wäre es aber für den europäischen Güterverkehr zwischen Neapel und Rotterdam besser gewesen, die Bundesregierung hätte sich für den schnellen viergleisigen Ausbau der Rheintalbahn und für den Bau eines „Schiefergebirgsbasistunnels“ eingesetzt. Stattdessen wurde der Ausbau des Schienennetzes für den Güterverkehr jahrelang immer wieder verzögert. Jetzt sollte es möglichst schnell gehen – und es geht schon bei einem eher kleinen Unterführungsprojekt wieder nur mit Verzögerung. Wurde dabei wieder am falschen Ende gespart?

Die Schweiz hat mit dem Bau des Gotthard-Basistunnels bewiesen, dass solche Großprojekte auch schneller als geplant (etwa 1 Jahr) und billiger als geplant (etwa 1 Mrd. Franken) vollendet werden können. Es bleibt aber zu bezweifeln, dass dies in Deutschland mit der hiesigen Ausschreibungspraxis und dem hiesigen Auswahlverfahren gelingen könnte. Auch dabei muss Deutschland noch viel lernen!

(Dr. Peter Brinnel)

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